Wissenswertes

DO Binissalem

Benannt ist dieser Weinbaubereich auf Mallorca nach der Stadt Binissalem. Die Weingärten befinden sich nordöstlich von Palma in einer hügeligen Landschaft, in einer Seehöhe von 120-300 Metern. Durch den Gebirgszug der Serra de Tramuntana wird die Region von allzu feuchten und kalten Winden geschützt, die hier vor allem in den Wintermonaten wehen.
Manto Negro ist die dominierende Rebsorte, die knapp 50% der Rebfläche der DO Binissalem bedeckt. Cabernet Sauvignon hat hier in den letzten Jahren deutlich zugelegt und sich zur zweitwichtigsten Sorte der Region entwickelt. Um die Bedeutung der Manto Negro deutlich zu machen, muss der rote Binissalem einen Mindestanteil von 50% dieser Rebsorte aufweisen. Es werden auch Weißweine und Rosés gekeltert.
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DO Pla i Llevant

Dieser Anbaubereich erstreckt sich vom Zentrum der Insel aus bis an ihre Ostküste. Das Klima hier ist mediterran und die Weingärten befinden sich auf einer durchschnittlichen Höhe von 100 Metern über dem Meeresspiegel.
Es werden Weißweine und Rotweine erzeugt. Dazu werden traditionell die heimischen Sorten Moll (Prensal Blanc), Fogoneu, Callet und Manto Negro verwendet. Seit einigen Jahren wird das Rebsortenspektrum der DO Pla i Llevant um internationale Sorten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon und Syrah ergänzt.


Wie der Korken richtig gezogen wird

Einen Korken elegant und sauber aus dem Flaschenhals zu ziehen, kann ein Kraftakt sein – vor allem, wenn geeignetes Werkzeug fehlt. Mit modernen Korkenziehern ist das Öffnen der Flasche dagegen eine lockere Übung – vorausgesetzt, sie werden richtig gehandhabt.

Griff und Spindel
Die Handhabung eines Korkenziehers ist den Menschen nicht angeboren. Sie muss erlernt werden. Erlernen heißt in diesem Fall, nicht mit dem Muskeltraining zu beginnen, sondern sich nach einem geeigneten Korkenziehermodell umzusehen. Jahrzehntelang wurde um das Gerät nicht viel Aufhebens gemacht. Es musste nur zwei Dinge aufweisen: eine Spindel und einen Griff. Die Spindel wurde in den Korken gedreht, am Griff wurde gezogen. Eine scheinbar einfache Operation. Millionen von Korken dürften beim Hineindrehen der Spindel in die Flasche gedrückt, unzählige durch übermäßigen Krafteinsatz beim Herausziehen zerstört worden sein. Denn Korken können sehr fest im Flaschenhals sitzen. Sie sind um ein Drittel ihres Durchmessers zusammengepresst worden, als die Flasche verkorkt wurde. Die »Rückstellkraft«, mit der sie gegen das Glas drücken, ist größer als der Druck eines Autoreifens. Außerdem sind die meisten Korken mit einem Gleitwachs beschichtet. Unter normalen Bedingungen erleichtert es das Herausziehen des Korkens. Doch wenn der Wein zu großer Wärme ausgesetzt war, kann das Wachs auch wie ein Klebstoff wirken.

Auf die Zugwirkung kommt es an
Heute gibt es ein breites Angebot von Korkenziehern. Keiner ist perfekt. Doch einige kommen dem Zustand der Perfektion ziemlich nahe. Allerdings weisen sie mehr als nur Griff und Spindel auf. Auf jeden Fall lässt sich ein guter Korkenzieher leichthändig bedienen.
Ohne ziehen zu müssen, soll der Korken sanft und sicher aus dem Flaschenhals gleiten. Sanft, denn ein lautes »plopp« kann dem Wein schaden. Der ruckartige Druckausgleich in der Flasche und die plötzliche Sauerstoffzufuhr stressen gute Weine.
Bei dem links abgebildeten Modell besteht diese Gefahr nicht. Die Flasche kann während der Zugwirkung sogar auf dem Tisch stehen bleiben. Eine Hand drückt die beiden Zungen an den Flaschenhals, die andere dreht am Griff.
Leichthändig lässt sich ein guter Korkenzieher bedienen. Der Korken gleitet langsam, sanft und sicher aus der Flasche.

Die Spindel
Das wichtigste Detail des Korkenziehers ist die Spindel. Sie muss erstens lang genug sein, um auch die längsten handelsüblichen Korken ganz durchdringen zu können (60 Millimeter). Zweitens darf die Spindel nicht zu dick sein, damit die Korkzellen beim Eindrehen nur wenig beschädigt werden. Hochwertige Korkenzieher sind zudem elastisch und mit Teflon beschichtet, damit sie leicht durch den Kork gleiten. Bei Drehkorkenziehern kommt es außerdem darauf an, dass die Spindel viele Windungen aufweist.
Je mehr Windungen die Spindel besitzt, desto leichter lässt sich der Korken ziehen. Schließlich sollten die Windungen der Spindel so weit sein, dass sich in der Mitte ein Streichholz durchführen lässt. Bei einer solchen Spindel ist die Gefahr, dass der Korken beim Ziehen bricht, gering.

Richtig:
Die Spindel wird senkrecht zum Korken angesetzt und in der Mitte der Korkenoberfläche hineingedreht.

Falsch:
Die Spindel ist nicht senkrecht angesetzt und bohrt sich schief in den Korken. Der Korken zerbröselt beim Herausziehen.

Richtig:
Die Spindel muss den Korken ganz durchdringen. Nur dann lässt er sich leicht ziehen. Am verringerten Widerstand spürt man, wann die Spindel den Korken durchbohrt hat.

Falsch:
Der Korken ist lang und die Spindel zu kurz, um ihn zu durchdringen. Folge: Festsitzende Korken lassen sich nur schwer ziehen und zerbröseln leicht.

Richtig:
Um die Flasche mit einem T-Korkenzieher zu öffnen, hält man sie vor den Unterkörper und zieht den Korken langsam und mit sanfter Oberarmkraft aus dem Flaschenhals.

Falsch:
Der Korken wird mit voller Wucht aus der Flasche gezogen. Durch den plötzlichen Wechsel von Unterdruck (beim Ziehen) zu Normaldruck (nach dem Öffnen) leidet der Wein.
Das Entfernen der Kapsel
Kapseln sind Ansichtssache. Sie schmücken vor allem die Weinflasche. Die meisten Kapseln bestehen aus Kunststoff oder Stanniol. Sie richtig zu entfernen ist nicht immer einfach. Aber auch nicht wirklich schwer – wenn man das richtige Werkzeug besitzt.

Der Kapselschneider

Der Kapselschneider ist die Erfindung eines texanischen Millionärs. Weinfreunde in aller Welt sind ihm dafür dankbar. Mit diesem Gerät lässt sich jede Kapsel schnell, bequem und beinahe spielerisch entfernen. Der Kapselschneider wird einfach auf den Flaschenkopf gesetzt und gedreht. Die rollenden Messer im Schneidebogen trennen die Kapsel sauber durch, egal aus welchem Material diese ist. Danach lässt sich der Kapselhut einfach abnehmen. Der Kapselschneider ist auch für Magnumflaschen geeignet und kostet nur ein paar Euro. Einziger Nachteil: Man muss ihn stets bei sich haben. Manche Korkenzieher haben auch einen integrierten Kapselschneider. Wenn nicht, muss das Messer angesetzt werden. Aber wie? Vor allem wo? Der Kapsel ist es gleichgültig, aber nicht dem Wein.

Kunststoffkapsel mit Lasche:
Die Lasche mit dem Fingernagel von der Kapsel lösen, rundherum aufreißen. Der Kapselhut fällt ab.

Stanniolkapsel mit Perforation:
Lasche mit dem Fingernagel herausbiegen. Vorsichtig rundherum aufreißen. Kapselhut abnehmen.

Messerschnitt:
Mit glatter Schneide am oberen Rand der Bandmündung ansetzen, leicht andrücken und die Flasche dabei drehen. Der Kapselhut lässt sich abheben.

Ungeschickt:
Messer am unteren Rand der Bandmündung ansetzen. Der Kapselhut lässt sich hinterher nur schwer abnehmen.

Gefährlich:
Messer am Flaschenmund ansetzen. Beim Einschenken fließt Wein über den Schnittrand und Metallpartikel können so ins Glas gelangen.

Hässlich:
Kapsel gar nicht abschneiden, sondern beim Herausdrehen des Korkens einfach sprengen und hinterher abreißen.

KAPSEL-RECYCLING
Die Stanniolkapsel ist die umweltfreundlichste Kapselvariante. Stanniol (dem Lateinischen entlehnter Ausdruck für Zinn) kann nämlich zu fast 100 Prozent recycelt werden. Bei einem Preis von knapp 5 Euro pro Kilogramm Zinn lohnt es sich, die Stanniolreste geleerter Weinflaschen zu entfernen und zu sammeln. Aber auch das Einschmelzen des Flaschenglases samt Kapselresten belastet die Umwelt nicht, da keine giftigen Gase entstehen – im Gegensatz etwa zum Verbrennen von PVC oder Polyester. Da Zinn schon bei 200 °Celsius pulverisiert, kann es beim Einschmelzen des Glases (Schmelzpunkt: ab 850 °Celsius) leicht »aussortiert« und nach der Erkaltung wieder verwendet werden.


Weinpraxis

„Wein ist das zivilisierteste Getränk der Welt“, hat der Schriftsteller Ernest Hemingway geschrieben. Als einer, der dem Wein reichlich zusprach, wusste er, daß es eines besonderen Umgangs bedurfte, um die Magie dieses Getränks zu erfahren. Weinkenner.de möchte seinen Usern einige praktische Regeln und Hinweise geben, wie und warum der Wein einer besonderen Behandlung bedarf.
Das reicht von der fachgerechten Lagerung des Weins über das richtige Öffnen der Weinflasche bis hin zur Frage, welche Weinmenge man in das Glas einschenkt.
In der Navigationsspalte rechts sehen Sie die verschiedenen Kapitel, in die das Thema Weinpraxis unterteilt ist. Klicken Sie auf eines dieser Kapitel, sehen Sie dort weitere Unterkapitel. Auf diese Weise gelangen Sie ohne Komplikationen zu den Fragen, die Sie beantwortet haben möchten.
An Vorschriften für den Umgang mit feinem Wein fehlt es nicht. Viele Gebote sind reines Zeremoniell, andere nur steife Etikette. Doch einige Regeln lohnt es zu beherzigen, auch wenn sie auf Weindebütanten gekünstelt und »uncool« wirken. Gegen sie zu verstoßen, ist zwar keine Katastrophe, doch outet man sich schnell als Weinbanause.


Weinpflege

Die Sorgfalt gegenüber dem Wein endet nicht mit der Verantwortung des Kellermeisters und der Abfüllung auf die Flasche. Es gilt vielmehr, die Qualität von der Flasche ins Glas zu bringen.

Da Wein, zumindest feiner Wein, möglichst wenig behandelt sein soll, ist das gar nicht einfach. Denn zwischen Abfüllung und Genuss liegen meist mehrere Monate, oft Jahre, und in dieser Zeit ändert er sich beständig: durch Wärme- und Kälteeinfluss, durch Kontakt mit Sauerstoff, durch chemische Reaktionen in ihm selbst. Er ist zwar kein lebendiges Produkt, wie immer wieder behauptet wird, wohl aber ein höchst empfindliches. Deshalb ist es wichtig, Wein richtig zu lagern und richtig zu servieren. Ihn aus einem ungeeigneten Glas zu trinken bedeutet, die Feinheiten zu verschenken, um die der Winzer gekämpft und die der Kellermeister sich bemüht hat zu erhalten. Ohne Wissen um die rechte Behandlung von Wein kann sich beim Weintrinker jedenfalls kaum ein Gefühl für die Qualität feiner Weine entwickeln.


Wein aus Mallorca

Der Weinanbau auf Mallorca hat schon eine lange Geschichte. Die Römer waren die ersten, die im ersten Jahrhundert den Wein nach Mallorca brachten. Erst durch die Eroberung der Mauren, hatte es offiziell mit dem Weinanbau ein Ende. Die Religion der Mauren verbot den Genuss von Alkohol. Aber nicht alle hielten sich daran und es gab weiterhin Weinfelder. Die Trauben dienten ja nicht nur zur Weinherstellung, sondern waren getrocknet als Rosinen auch ein Nahrungsmittel. Als Mallorca an Jaume I fiel, wurde der Weinanbau gefördert und es wurden Lizenzen für den Weinanbau verteilt. Die Weinanbaugebiete konzentrierten sich um Bunyola, Valldemossa,Felanitx, Manacor und Binissalem. Zu dieser Zeit wurde an den aragonesischen und kastillischen Königshöfen gern mallorquinische Weine getrunken. Besonders begehrt war der Weißwein der Malvasier- Traube. Dieser wurde auch lange Zeit als Messwein in den Kirchen benutzt. Sogar Erzherzog Ludwig Salvator gehörte zu den Förderern dieses Weines. Auf seinem ersten Landgut S’Estaca, welches heute Micheal Douglas gehört, baute er den Wein an. Aber nicht jeder fand Geschmack am Wein aus Mallorca. Manche sagten, der Wein könne Tischplatten durchlöchern.

So blieb die Weinproduktion Mallorcas lange Zeit konstant. Im 19. Jh. hatte sie ihre Blütezeit. Ein Grund war, das zwischen 1850 und 1875 viele Weinanbaugebiete in Europa der Reblaus zum Opfer vielen. Es stieg die Nachfrage nach mallorquinischem Wein, denn noch blieb Mallorca von der Reblaus verschont.

Die Winzer auf Mallorca kamen mit der Produktion kaum hinterher. In dieser Zeit wurden Städte wie Binissalem und Felanitx reich. Mallorca besaß ihre eigene Schiffsflotte um den Wein zu exportieren. Aber mit diesen Schiffen fand auch die Reblaus um 1880 den Weg nach Mallorca und machte dem Weinanbau den garaus. Viele Bauern sattelten auf Mandeln um. Es dauerte viele Jahre, bis einige Winzer wieder Wein anbauten. Der Ort Binissalem ist als einziges Anbaugebiet auf Mallorca mit dem Zertifikat D.O.C. (Denominació de Origen Controlada) ausgezeichnet. Man stieg auf die Manto Negro- Traube um, die einen Rotwein ergibt. In den 60er Jahren entwickelte sich ein neuer Industriezweig, der Tourismus. Viele Insulaner konnten hier einfacher und mehr Geld verdienen. Auch brauchten Investoren Land, um Hotels zu bauen. Für viele Winzer war die Verlockung groß, viel Geld für ihr Land zu bekommen. Die Produktion von Wein ging wieder soweit zurück, dass der Export nicht mehr lohnte. Der Wein aus Mallorca wird nur auf der Insel konsumiert und nicht exportiert.

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